Initiative „Neuweiler ZEIGT HERZ“

Dort Hand anlegen „wo es wirklich brennt!“
In der Tat – sie zeigen Herz, wie es sich mittlerweile rum gesprochen hat: Eine handvoll Frauen haben sich unter der Federführung von Bianca Kappler zusammengefunden, um den in Neuweiler angekommenen Flüchtlingen auszuhelfen. Und das bemerkenswerte: sie tun es vorbildlich. Auslöser für ihr Engagement war Marzin Synovski aus Neuweiler, der mit seiner Familie eine ukrainische Familie aufgenommen hat. Wie weiter von Bianca K. zu erfahren war, haben sich bereits 40 Familien in Neuweiler zusammengeschlossen, um schnell, direkt, bedarfsgerecht und unkompliziert zu helfen. Die an die Frauen herangetragene Empfehlung, doch einen Verein zu gründen, lehnten sie ab und nennen ihre Aktion treffend „Neuweiler zeigt Herz“ – und dabei soll es auch bleiben. Sie wollen nicht noch Zeit aufwenden für Vorstandswahlen und so, sondern begreifen, helfen, eben Herz zeigen.
Der Obst- und Gartenbauverein Neuweiler war von dieser Aktion sehr angetan und entschied sich prompt, auch Herz zu zeigen und überreichte der Helfergruppe einen Geldbetrag von 1.500 Euro, den die Initiatorin Bianca Kappler dankend in Empfang nahm. Man wolle gezielt helfen und dort „Hand anlegen, wo es wirklich brennt“. Es sei doch fantastisch, wie man z. B. förmlich über Nacht Matratzen – so derer innerhalb einer Stunde acht Stück – Klappbetten und weiteres mehr zugetragen bekäme.
Für die Spende des OGV bedankte sich Bianca Kappler recht herzlich: „Das bringt uns ein gutes Stück weiter.“ Man versuche, den Menschen „ein Stück Normalität“ zu bieten. Hierfür sei diese Spende gut geeignet, den Menschen ein Stück Normalität zu bieten. Dieses Geld werde gut angelegt und „wir schauen mit Argusaugen darauf, dass jeder Cent auch dahin kommt, wo er auch hingehört“.
Nach Aussage von Tanja Latour-Beck seien bis jetzt sieben Familien mit 12 Erwachsenen und 19 Kindern in Neuweiler angekommen, davon hätten bereits fünf Familien in Neuweiler eine ständige Bleibe gefunden und deren Kinder gingen auch schon zur Schule. Man stelle fest, dass sie alle sehr auf Integration bedacht seien und so schnell wie möglich nach einem Arbeitsplatz Ausschau hielten.
Die Vorstandsmitglieder des OGV luden noch zu einem Gläschen Sekt in ihr Bunkermagazin ein. Im Laufe des Gesprächs erfuhren die OGV-Herren vieles über die Arbeit und das gezielte Vorgehen der Initiative „Neuweiler zeigt Herz“ und waren sehr beeindruckt, sodass einer von ihnen den Vergleich mit Mutter Teresa nicht scheute – mit dem Unterschied, dass hier mehr Mütter á la Mutter Teresa am Werk seien. (jg)